Urlaubscheck: Tauchschein in nur vier Tagen

Hat man das richtige Urlaubsziel gebucht, so gibt es oft bereits beim Schnorcheln eine bunte und aufregende Unterwasserwelt zu entdecken. Beim Tauchen erscheint die Welt unter den Wellen noch einmal um ein vielfaches faszinierender und man erlebt ein unbeschreibliches Gefühl der Schwerelosigkeit. Ich habe an der Makadi-Bay in Ägypten den Selbstversuch gemacht: ohne jegliche Vorkenntnisse das Tauchen lernen - in nur vier Tagen.

Selbstversuch: Tauchen lernen in vier Tagen
Selbstversuch: Tauchen lernen in vier Tagen

Interessiert hatte mich das Tauchen schon immer. Nur wollte es irgendwie nie ganz klappen. Mal war der Urlaub zu kurz, mal war mir die ansässige Tauchschule zu teuer. In diesem Urlaub – 12 Tage an der Makadi-Bay am Roten Meer – sollte es nun endlich so weit sein.

Ist das was für mich? Schnuppertauchen!

Ob einem das Tauchen überhaupt liegt, das sollte man zunächst beim Schnuppertauchen erkunden. Das „Atmen unter Wasser“ ist nicht jedermanns Sache. Bevor also ein kostenpflichtiger Kurs gebucht wird empfiehlt es sich, ein Schnupperangebot einer Tauchbasis anzunehmen. Wir hatten einen Tagesbootsausflug an ein Korallenriff gebucht, an dem man auch gut Schnorcheln kann. Das Schnuppertauchen war im Ausflugspreis inklusive, also bot sich gleich die passende Gelegenheit. Manche Tauchbasen bieten auch kostenloses Schnuppertauchen im Pool oder gegen geringe Gebühr im geschützten Strandbereich. Nachfragen lohnt sich.

Trockenübungen und Einweisungen

Beim Schnuppertauchen hat man stets einen erfahrenen Tauchinstruktor an seiner Seite und das Equipment stellt komplett die Tauchbasis. Mit einer Trockenübung erhält man eine kleine Einweisung in die wichtigsten Verhaltensregeln und Fertigkeiten. Im Wasser wird schließlich geprüft, ob man mit der Atmung über den Atemregler klarkommt. Sobald man sich sicher fühlt geht es unter die Wellen und man erkundet die ersten Meter unter Wasser. In meinem Fall war es ein fantastisches Erlebnis, weil das Schnuppertauchen vom Boot aus gleich direkt vor einem Korallenriff stattfand.

"Die ersten Atemzüge unter Wasser und das fantastische Gefühl des Schwebens in einer anderen Welt wird sicher noch lange Zeit in meiner Erinnerung bleiben."

Die Voraussetzungen für das Tauchen

Nach diesen positiven ersten Erfahrungen stand mein Entschluss schnell fest, mich in den kommenden Tagen in den örtlichen Tauchbasen über die Anfängerkurse zu informieren. Das Alter spielt dabei offenbar keine Rolle, man muss jedoch bei guter Gesundheit sein und sicher schwimmen können. Vorkenntnisse und eine eigene Ausrüstung waren ebenfalls nicht nötig.

Tauchkurse für Anfänger – welcher passt zu mir?

Es gibt standardisierte Tauchausbildungen, die in vielen Tauchbasen auf der ganzen Welt anerkannt sind. Ich entschied mich für eine PADI-Tauchbasis. PADI ist eine weltweit bekannte Tauchausbildungsorganisation mit 6.400 Dive Centers und Resorts und 133.000 Profi-Mitgliedern. Weltweit stellte die Organisation bislang über 25 Millionen Tauchlizenzen aus.

PADI Open Water Diver oder Scuba Diver?

Für mich als Anfänger standen zwei Kurse zur Auswahl: entweder der PADI Open Water Diver, der einem dazu befähigt, mit einem Tauchpartner bis zu 16 Meter zu tauchen, oder der etwas kürzere Kurs Scuba Diver, der es ermöglicht, unter Aufsicht eines Tauchprofis bis maximal 12 Meter zu tauchen.

Ich entschied mich schließlich für den Open Water Diver, weil die Aussicht auf 16 Meter und das Lernern von weiteren Fähigkeiten den größeren Nervenkitzel und Nutzen versprach. Der Kurs ist aufgeteilt in fünf Lernkapitel, die man mit Lehrfilmen, Praxisübungen, Erläuterungen des persönlichen Tauchlehrers und durch studieren des Handbuches vermittelt bekommt. Eine „Nettozeit“ von vier Tagen war in meinem Selbstversuch tatsächlich ausreichend, um alle vorgeschriebenen Theorie- und Praxisteile zu absolvieren und um den Stoff zu lernen.

Praxistipp: es in vier Tagen durchzuziehen, das ist schon etwas stressig und lässt dann auch keine Zeit für andere Aktivitäten. Sollte es die Urlaubszeit zulassen, so würde ich es empfehlen, es auf mehrere Tage zu strecken, das ist dann wesentlich entspannender und man kann sich das Lernen komfortabler einteilen.

Vier Tage Lernzeit ist sehr straff, da muss man das Buch ehrlich gesagt schon sehr diszipliniert durchkauen und die Filme Kapitel für Kapitel aufmerksam ansehen. Das ist auch notwendig, weil das notwendige Wissen in Zwischentests und in einem Abschlusstest geprüft wird, bevor man den Tauchschein bekommt. Geschenkt wird er einem nicht. Man muss ihn sich erarbeiten mit bestandenen Übungen in Praxis und Theorie.

Zuerst sollte man das Schnuppertauchen probieren.
Zuerst sollte man das Schnuppertauchen probieren.

Die ersten Schritte zum Taucher

Nachdem die ersten theoretischen Inhalte mit Film und Buch vermittelt waren ging es daran, die ersten praktischen Fertigkeiten kennenzulernen und sie beim ersten Tauchgang auszuprobieren. Ich konnte es mir dabei aussuchen, ob man die Basisübungen im Pool oder im Meer geschützten Bereich ausprobiert. Ich entschied mich für das Meer, um gleich möglichst realistische Bedingungen zu erfahren.

Schweben im Wasser lernt man als Open Water Diver.
Schweben im Wasser lernt man als Open Water Diver.

Sicherheitsübungen für den Tauchgang sind wichtig

Vor dem Abtauchen erklärte der Tauchlehrer die Übungen. Unter Wasser führte er jede einzelne Übung noch einmal selbst vor, bevor ich sie durchführen durfte. Eine wichtige Übung ist zum Beispiel die, die Taucherbrille unter Wasser komplett abzunehmen, neu aufzusetzen und dann mit der Nase das Wasser in der Brille auszublasen. Bei drei Meter unter Wasser war das am ersten Tag noch relativ einfach. Bei den folgenden Tauchgängen in 12 und später 16 Metern gestaltete sich das dann – trotz gleicher Technik – doch etwas schwieriger. Wahrscheinlich nur eine Kopfsache, weil man weiß, dass man in dieser Tiefe nicht einfach mal schnell wieder auftauchen kann, wenn es nicht gleich klappt.

Schweben im Wasser mit der Atmung steuern

Bei einer weiteren Übung lernt man mit dem Verlust des Atemreglers umzugehen oder was zu tun ist, wenn einem unter Wasser tatsächlich mal die Luft ausgeht. Das Ausziehen und Anlegen der Ausrüstung auf dem Meeresgrund gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm, wie auch das Beherrschen der Tarierweste. Mit einigen Übungen lernt man, wie man rein durch die eigene Atemtechnik steigen und sinken im Wasser steuern kann. Phänomenal, wenn man einmal den Dreh raus hat und dann schier mühelos im Wasser gleitet.

open-water-diver-ägypten

Mein Tauchinstruktor

Die praktische Ausbildung erfolgte im Einzelunterricht, der Tauchlehrer war also drei Tage lang nur für mich da. Es gibt viele deutschsprachige Tauchlehrer. Meine Ausbildung machte ich in englischer Sprache, damit ich die Fachbegriffe, falls nötig, später auch mal zweisprachig beherrsche. Schließlich ist der Tauchsport recht international. Das Lernen machte es an der Stelle nicht unbedingt einfacher, es half mir später aber bei der Verständigung mit anderen Tauchern und der Bootscrew.

Der Tauchlehrer erklärte jedes Detail genau, von den Verhaltensregeln auf dem Taucherboot bis hin zum Anlegen und Checken der Ausrüstung. Themen wie Kommunikation unter Wasser oder Navigation behandelten wir erst auf dem Trockenen und dann schließlich im Wasser. Ich muss sagen, dass ich mich auch als Anfänger immer sehr sicher gefühlt habe und von meinem Lehrer viel mitnehmen konnte, auch was gute Gepflogenheiten beim Tauchen betrifft. Er klärte mit mir nach jeder Übung und nach den Zwischentests etwaige Unsicherheiten, so dass ich am letzten Tag für die Abschlussübungen in 16 Metern und für den theoretischen Abschlusstest bestens vorbereitet war. Ein Fehler bei 50 Fragen, das ist okay.

Das nötige Taucherwissen

Vieles, was man in den ersten Kapiteln lernt, hat mit praktischer Physik zu tun. Das ist auch wichtig, um zu verstehen, wie sich Druckveränderungen bei Änderung der Wassertiefe auf Luftvolumen auswirken. Dieses Verständnis benötigt man nicht nur für die nötige Tarierung, also das Schweben unter Wasser, es ist auch wichtig um zu verstehen, wie man eine Taucherkrankheit vermeidet. Durch falsches Verhalten, zum Beispiel zu schnelles Auftauchen ohne Sicherheitsstopp, kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen.

Aus diesem Grund ist das PADI Kursprogramm sehr auf Sicherheit und ausgelegt.

Konservativ tauchen nennen sie es im Buch. Natürlich muss man auch einiges über Ausrüstung, Flora und Fauna, Navigation und Kommunikation unter Wasser lernen. Alles kein Hexenwerk, aber man muss es halt lernen!

Die ersten Tauchgänge während des Kurses

Nach den ersten Basisübungen im geschützten Strandbereich ging es zwei Tage lang auf ein Tauchboot. Jeden Tag waren zwei Tauchgänge angesetzt, einer am Vormittag, einer am Nachmittag. Die Crew steuerte jeweils ein neues Korallenriff an, so dass es auch etwas zu entdecken gab. Die Grundverpflegung auf dem Boot war im Preis inbegriffen. Es gab Trinkwasser nach Belieben und zum Mittagessen auch andere Getränke. Wer die typische ägyptische Landesküche nicht so gerne mag, sollte sich Snacks mitnehmen.

Korallenriffe erkunden

Im Vordergrund standen bei mir als Anfänger natürlich noch die Übungen. Die Fahrzeit mit dem Boot nutzen wir für etwas Theorieunterricht. Im Wasser absolvierten wir dann die Übungen. Ich hatte das Glück, sie alle relativ schnell zu beherrschen, so dass wir nach dem Pflichtprogramm auch immer die Zeit hatten, die Korallenriffe zu erkunden. Das war natürlich jedes Mal der Höhepunkt, schließlich macht man das ganze ja, um unter Wasser die Tier- und Pflanzenwelt zu entdecken. Im Film sieht man eine Szene, in der eine Muräne nur wenige Zentimeter an mir vorbei schwimmt. Solche Momente sind unglaublich faszinierend. Im Kurs lernt man passives Tauchverhalten. Die Tierchen also nicht stören, sondern nur beobachten. Für das richtige Tauchvergnügen und für die eigene Sicherheit. Ein Tauchgang dauerte zwischen 40 und 50 Minuten. In dieser Zeit ist man mit seinen Tauchpartnern tatsächlich in einer völlig anderen Welt.

Übrigens: auch die Bootsfahrten selbst sind schon ein Erlebnis für sich. Wir haben während der Fahrt Delphine als auch Riesenschildkröten gesehen. Der Skipper stoppte dann schon mal, um schnell mit dem Schnorchel raus zu den Delphinen zu hüpfen.

Bei der Crew war auch ein Taucher dabei, der unter Wasser filmte und fotografierte. Ich wollte meine ersten Schritte unter Wasser natürlich für mich und für diesen Blogbeitrag festgehalten haben. Wir vereinbarten eine Tagespauschale von 35 Euro, dafür erhielt ich einen USB-Stick mit allen Bildern und Filmen unserer Tauchgänge.

Taucher unter sich, eine echte Community!

Bei den Bootstouren lernte ich viele Taucher kennen, welche mit viel und welche mit wenig Erfahrung. Alle teilten bereitwillig ihr Wissen und gaben immer wieder mal wichtige Tipps, die nicht im Lehrbuch stehen. Ich habe mich immer wieder nach Erfahrungen mit eigenen Ausrüstungsgegenständen erkundigt, weil ich nach dem Urlaub schließlich die ersten eigenen Ausrüstungsgegenstände wie Tauchcomputer und Brille selbst kaufen wollte. Beim Tauchen passt auch irgendwie jeder auf den anderen auf und man hilft sich gegenseitig. Das beginnt beim Anlegen der Ausrüstung und hört beim Ablegen derselbigen wieder auf. Man tut gut daran bei Bedarf, Hilfestellung so zuvorkommend anzubieten, wie es auch die erfahrenen Profis tun. Meinen Abschlusstest schrieb ich auf der Rückfahrt von der letzten Bootsfahrt in der Kabine. Als mein Tauchlehrer dann auf dem Boot lauthals verkündete, dass ich alles mit Bravour gemeistert hatte und auch einen nahezu perfekten Text hingelegt hatte, applaudierten alle und feierten die meine Aufnahme in den Kreis der Taucher. Das macht einem in so einem Moment schon etwas stolz, zumal der Kreis aus Deutschen, Franzosen, Polen, Kanadiern, Russen, Belgiern und Ägyptern bestand, die ich drei Tage vorher noch nie in meinem Leben gesehen hatte.

Preise für Tauchkurs und Brevet

Die Preise für einen Tauchkurs und für das Zertifikat, den Tauchschein, auch „Brevet“, genannt, variieren von Land zu Land sehr stark. In Südeuropa ist nach unserer Recherche ein gleichwertiger Kurs – PADI OWD mit zwei Touren auf einem großen Taucherboot – ca. 200 Euro teurer als in Ägypten.

Tipp: genau informieren, was im Kurspaket alles enthalten ist. Bei günstigen Paketen gibt es oft unerfreuliche Zusatzkosten.

Ich hatte für das Komplettpaket insgesamt 350 Euro bezahlt. Im Preis inbegriffen waren alle Tauchgänge, Fahrten auf dem großen Taucherboot, Lehrbuch, Theorie, komplette Leihausrüstung und die Zertifizierung bei PADI. UND: ich hatte Einzelunterricht. Der Tauchinstruktor kümmerte sich bei insgesamt fünf Tauchgängen ausschließlich um mich.

Checkt also unbedingt vorher ab, ob das alles im Kurspreis enthalten ist. Wir hatten uns auch bei einer anderen Tauchschule beraten lassen, die den Kurs für nur 250 Euro angeboten hatte. Erst bei genauerem Nachfragen kam heraus, dass für Zertifizierung (30 €), Bootsfahrt (je 70 €), Lehrbuch und Leihausrüstung weitere Zusatzkosten entstehen würden. Da war mir persönlich dass „All-in-one-Paket“ schon lieber.

Wird nun Tauchen zum Hobby?

Nach diesen ersten Tagen unter Wasser war ich schon sehr begeistert davon, in die Unterwasserwelt abzutauchen. Ich möchte meine Fertigkeiten erweitern und auch weiterhin im Urlaub Tauchgänge buchen. Das ist übrigens nicht viel teurer, als wenn man Bootsausflüge vom Reiseveranstalter bucht. Beispiel: ein Tag auf dem Boot mit zwei Tauchgängen kostet inklusive Verpflegung, Luftflasche, Gewichte, Steuern und Tauchguide lediglich zwischen 50 und 70 Euro. Je nach Saison kann das sogar noch günstiger werden.

Ich hatte mich dazu entschieden, bereits drei Monate später einen weiteren „Kurzurlaub“ in Ägypten zu buchen, um das Erlernte weiter zu festigen und weitere schöne Erlebnisse unter Wasser zu genießen. Zwischenzeitlich lege ich mir auch schon die ersten Bestandteile meiner persönlichen Ausrüstung zu. Ein Tauchcomupter steht als erstes auf der Wunschliste.

Mein abschließender Tipp: wenn du mit dem Gedanken spielst, den Kurs zu absolvieren, dann erkundige dich am besten gleich am Anfang deines Urlaubs bei den verfügbaren Tauchschulen.

Denn wenn man bis zum Abschlusstest ein paar Tage mehr Zeit hat zum Lernen, dann geht alles viel entspannter und man kann vielleicht nach dem Kurs noch ein oder zwei weitere Tauchgänge machen. Bei der Planung müsst ihr übrigens auch beachten, dass ihr nach dem letzten Tauchgang zwischen 12 und 18 Stunden nicht fliegen dürft.

Unsere Tipps für die ersten Schritte zum Taucher:

  • Die passende Tauchregion wählen. Ägypten ist beim Preis-Leistungsverhältnis sehr gut, es gibt aber natürlich auch viele andere wunderschöne Orte.
  • Zu allererst einen Schnupperkurs machen und das Atmen unter Wasser testen! Die Tauchbasen bieten das sehr gerne an.
  • Bei den Tauchschulen ganz genau drauf schauen, was im Preis inbegriffen ist. Boot? Ausrüstung? Lehrbuch? Zertifizierung? Einzel- oder Gruppenunterricht?
  • Wählt eine Tauchschule mit einem anerkannten Ausbildungsprogramm, zum Beispiel PADI, NAUI oder SSO.
  • Ausreichend Zeit für das theoretische Lernen einplanen. Man kann den Kurs auch in drei oder vier Tagen machen. Aber das kann stressig werden.
  • Hört gut zu, was euch erfahrene Taucher erzählen und erklären.

Tipp: Fragt bei SternchenReisen.de für euren nächsten Urlaub nach einem Hotel mit einer guten Tauchbasis. Erfahrene Taucher erhalten bei SternchenReisen.de ebenfalls gute Angebote für den nächsten Tauchurlaub, zum Beispiel über den Reiseveranstalter Subaqua.

Damit steht dem nächsten Tauchurlaub oder der Tauchsafari, zum Beispiel nach Ägypten, Malediven, Palau, Indonesien, oder auf die Philippinen nichts mehr im Wege.

Bei SternchenReisen.de anfragen lohnt sich. Gerne machen wir gute Angebote für den nächsten Urlaub.